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Schüler für Skulpturen geehrt

Olga Sanisdra und ihre preisgekrönte „Schizophrenie“.

       
Heinrich-Sauermann-Preis für Beiträge aus dem dritten Lehrjahr der Fachschule Technik und Gestaltung

Flensburger Tageblatt, 19.01.2013
 
Kunst ist Handwerk, und Handwerk ist Kunst. Zumindest wenn es nach den Plastiken geht, für die Schüler der Fachschule Technik und Gestaltung jetzt mit dem Heinrich-Sauermann-Preis ausgezeichnet wurden.
  
„Hungersnot“, „Altlast“, „Verzweiflung“ und „Schizophrenie“ heißen ihre kunstvollen Arbeiten, die dem Thema „Allegorie“ untergeordnet sind. „Ein schwieriges Thema“, räumte Sven Mohr, Leiter der Eckener-Schule, ein. Und eines mit viel Tradition – Cicero, Goethe, Barlach – nur drei berühmte Personen der (Kunst-)Geschichte, die sich ebenfalls damit beschäftigten.
 

   
Als typisch für die Allegorie in der bildenden Kunst gilt die Personifizierung eines abstrakten Begriffes. Dies erklärt beispielhaft Olga Sanisdra, die für ihre „Schizophrenie“ den mit 1000 Euro dotierten ersten Platz erhielt: „Ich bin mit meiner Skulptur weg von einem medizinischen Schizophrenie-Begriff. Ich denke, dass es viele Menschen gibt, die das Gefühl kennen, bei schwierigen und schmerzhaften Entscheidungen innerlich zerrissen zu sein. Insofern ist Schizophrenie meiner Meinung auch ein seelischer Zustand, der nicht nur kranken Menschen eigen ist.“
 
Ihre Erklärung zeigt, was von der Jury als Leistung gewürdigt wurde: Einen Begriff zu finden, ein Thema zu reflektieren und zu durchdringen und schrittweise zu einer Plastik zu formen: Skizzen, Modelle, Holzauswahl für die Skulptur – es sind viele Etappen von der Idee zur Skulptur. Schritte, die Künstler-Handwerker an den Rand der Verzweiflung bringen können, erklärte die zweitplatzierte Vanessa Isler. Sie machte aus dem „Urgefühl der Bildhauer“ (Isler) ihren Wettbewerbsbeitrag – „Verzweiflung“.
 
Die Sauermann-Stiftung geht zurück auf Heinrich Sauermann, Gründer des städtischen Museums und der Werksschule, aus der die Eckener-Schule hervorgegangen ist. Geehrt wurde in diesem Jahr auch Timo Milke (3. Platz) Benjamin Rohde. (Anerkennungspreis). Die Skulpturen können an den Infotagen der Fachschule Technik und Gestaltung, Schützenkuhle 20-24, am 25. und 26. Januar angesehen werden.
http://holzbildhauerei.esfl.de

sh:z/Flensburger Tageblatt/ Text und Bild: Steffen Kahl