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Tarper Eulenpfad ist endlich vollständig

Zufrieden und stolz nach getaner Arbeit: Die Gruppe der Azubis, die im fünften und letzten Eulenworkshop die Eulen Nummer 56 bis 63 erstellten – gemeinsam mit Initiator Uwe Appold (rechts).

     
Fünftes und letztes „Eulensymposium“ endete mit der Fertigstellung der letzten acht Holzfiguren für den deutschlandweit einmaligen Wanderweg

Flensburger Tageblatt, 14.05.2011 
 
Nach zehn arbeits- und auch erlebnisreichen Tagen ist der fünfte und letzte „Eulenworkshop“, auch „Eulensymposium“ genannt, in Tarp zu Ende gegangen. Acht Auszubildende (jeweils im zweiten Ausbildungsjahr) im Holzbildhauerhandwerk fertigten die Eulen Nummer 56 bis 63 für den Pfad an. „Damit sind wir in Deutschland wohl einmalig“, freute sich Bürgermeisterin Brunhilde Eberle. Und Initiator Uwe Appold, renommierter Künstler aus Flensburg, fand es „einfach toll, mit welcher Kreativität das Tarper Wappentier verarbeitet wurde“. Der begleitende Ausbildungsmeister Thorsten Büttner sah schließlich neben der geleisteten handwerklichen Arbeit einen riesigen Erfolg für das Dorf Tarp: „Ich habe die Gemeinde völlig neu erfahren, der Eulenpfad ist einmalig, darauf können sie stolz sein“.

 

 
Dem fünften „Eulensymposium“ war ein Kreativwettbewerb der bisher beteiligten Holzbildhauerschulen aus Flensburg, Berchtesgaden, Empfertshausen (Thüringen) und Oberammergau voraus gegangen. Die vor einigen Wochen zahlreich eingesandten Entwürfe der Azubis des zweiten Ausbildungsjahrganges waren gesichtet worden. Nun waren die acht Gewinner aus diesen Schulen eingeladen, um das Werk, einen Wanderweg mit Eulen-Skulpturen zu versehen, zu vollenden. Allerdings konnte die Schule aus Oberammergau am Ende doch keinen Teilnehmer entsenden, so dass statt der geplanten 65 nun nur 63 Eulen entstanden sind.
 
In den „Trenehytten“ mit Sicht über das in diesen Tagen sonnenüberflutete Treenetal hatten die Azubis ihr Quartier und Arbeitsplatz bezogen. Verpflegt wurden sie in der Mensa der Alexander-Behm-Schule (ABS). Laufend wurden sie von „Eulenpaten“ besucht, die Kuchen oder andere Leckereien vorbei brachten, es wurde gegrillt und auch die ein oder andere Tour durch die Gemeinde stand auf dem Programm. „Wir sind gemästet worden“, sagte eine der jungen Teilnehmerinnen mit einem Augenzwinkern. Wichtiger sei allerdings die Arbeit und das Ergebnis daraus gewesen. Während einer Fahrradrundfahrt über den Eulenwanderweg, bei dem sich alle Künstler die bisher aufgestellten Eulen ansahen, sei auch der eigene Ehrgeiz nochmals angestachelt worden. „Da braucht man ja mehr als zwei Stunden, um die bisher Gefertigten wenigstens im Schnelldurchlauf anschauen zu können“, so ihr Eindruck.
  
Als jetzt das Ergebnis des letzten Workshops vorgestellt wurde, waren neben den vielen „Eulenpaten“ auch etwa 60 Tarper Bürger an den Treenehang gekommen. „Was wir hier sehen, ist handwerklich und auch im Kunstsinn auf der Höhe der Zeit“, lobte Uwe Appold. Nachdem Thorsten Büttner die Unterstützung durch alle, das Rahmenprogramm und die Gegebenheiten gelobt hatte, stellten die Azubis ihre Arbeiten mit den dazugehörigen Hintergedanken vor. „Das ist schlimmer als die Tage mit der Kettensäge“, meinte einer der jungen Teilnehmer, nachdem er sichtlich nervös seinen Notizzettel zerknüllt hatte.

„Diese Eule im Rollstuhl soll zeigen, wie sich Tarp als barrierefreie Gemeinde darstellt“, erklärte etwa Hans Jannsen von der Flensburger Eckener Schule. Eine andere Eule trägt den Titel „ahnungslos“. Ein Schüler, dem nicht so recht eine Begründung zu den Hintergedanken zur Arbeit einfiel, erklärte sein Werk ganz einfach: „Zwischen Kreativität und Wahnsinn“. Für die Eule mit einem Bildschirm als Kopf und einer (Computer)-Maus in den Fängen war keine Erklärung nötig.

 
Fleißig Notizen machte sich Margot Wagner vom Bauamt. Sie wird in den nächsten Wochen mit Uwe Appold, der Bürgermeisterin und einigen Gemeindevertretern die Standorte für die neuen Eulen festlegen und die Ausschreibungen für die Betonfüße sowie das Aufstellen erstellen. Dann wird es auch eine neue Karte geben, nach der sich Spaziergänger auf dem Pfad orientieren können – inklusive Erklärungen zu den Arbeiten. Dabei wird der eine oder andere sicher stauen, welch vielfältige Kunstwerke aus den bis zu 800 Kilo schweren Eichenstämmen entstanden sind.

sh:z/Flensburger Tageblatt/Text und Bild: Peter Mai vom 14.05.2011