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Was will ich werden?

Hilfe bei der Berufswahl: Beraterin Sabine Liebherz (l.) steht Schülern wie Charleene Jensen und Dennis Diettrich (r.) zur Seite.


  
Eckener-Schule und Agentur für Arbeit geben Schülern der Berufsfachschule I Orientierung
 
Flensburger Tageblatt, 11.02.2013
 
Viele Schulabgänger stellen sich die Frage nach dem künftigen Beruf zu spät – oder erst gar nicht. Seit Schuljahresbeginn hilft Berufsberaterin Sabine Liebherz bei der Entscheidungsfindung. Alle 14 Tage bietet sie am Vormittag eine Sprechstunde an, in der sich die Jugendlichen beraten lassen können. Das Ziel: eine kontinuierliche Betreuung der Realschüler bis zur Vermittlung eines Ausbildungsplatzes.

  
„Die richtige Berufswahl ist ein langer Prozess“, sagt Sabine Liebherz. Viele der Jugendlichen würden sich oft zu kurzfristig Gedanken über ihre Zukunft machen. Das Problem: Bewerbungsfristen sind dann schon verstrichen. „Ich helfe den Schülern dabei, sich rechtzeitig zu kümmern und gebe Entscheidungshilfen“, erklärt die Berufsberaterin. Was passt zu mir? Was sind meine Stärken? Was liegt mir gar nicht? Bei diesen und anderen Fragen steht sie den Schülern zur Seite. Sabine Liebherz gibt Tipps zu Bewerbungsunterlagen und stellt Alternativen vor, wenn ein Jugendlicher noch nicht für eine Ausbildung bereit ist. Bei akuten Fragen können die Schüler die Berufsberaterin jederzeit per E-Mail erreichen. Durch die Anwesenheit an der Schule ist die Hemmschwelle niedrig: „Das Angebot wird genutzt“, freut sich Liebherz.
 
Sind längere Einzelgespräche nötig, werden die in der Agentur für Arbeit geführt. So war es auch bei Charleene Jensen, die die Berufsfachschule mit Schwerpunkt Gestaltung besucht. Im Sommer wird sie diese mit dem Realschulabschluss verlassen. Was sie danach machen will, weiß sie noch nicht. Nachdem sie bei der Berufsberaterin war, riet sie der 17-Jährigen zu einem Berufswahltest. Von dem Ergebnis des dreistündigen Tests ist sie begeistert. „In vielen Bereichen habe ich mich viel schlechter eingeschätzt. Das hat mich wirklich überrascht.“ Auch habe der Test ergeben, dass ihre Stärken im gestalterischen Bereich liegen. „Nun weiß ich, dass ich es schaffen kann, wenn ich es will.“
 
Auch Dennis Diettrich war sich unsicher, was er nach dem Realschulabschluss werden soll. Ursprünglich wollte er eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich machen. Doch im Gespräch mit Sabine Liebherz hat er fest gestellt, dass seine Stärken auf einem anderen Gebiet liegen: „Elektrotechnik fasziniert mich.“ Ein Praktikum sei für ihn bereits erfolgreich verlaufen: „Mir wurde dort ein Ausbildungsplatz angeboten. Ich möchte mich aber zunächst auf meinen Abschluss konzentrieren“, erzählt der 18-Jährige.
 
Gerade diese Nähe zu den Ausbildungsbetrieben zeichne Berufsfachschule an der Eckener-Schule aus, findet Bildungsgangleiterin Gisela Aschmoneit. „Die Schüler der Berufsfachschule I müssen in zwei Jahren drei Praktika absolvieren. Viele finden dabei bereits einen Ausbildungsbetrieb“, erklärt sie.
  
sh:z/Flensburger Tageblatt/ Text und Bild: Birthe Herbst-Gehrking