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Eckener-Schule Flensburg :: Fachschule für Technik und Gestaltung

Schützenkuhle 20 - 24
24937 Flensburg

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Vortrag in der Fachrichtung „Gebäudesystemtechnik“ an der Fachschule für Technik und Gestaltung      

Thomas Rothenheber, Niederlassungsleiter bei HOCHTIEF Facility Management GmbH, Region Mitte/Niederlassung Nord-Main erarbeitete mit angehenden Gebäudesystemtechniker ein typisches Ausschreibungs- und Vergabeverfahren

– „Was beinhaltet ein Leistungsverzeichnis?“

– „Welche Inhalte gehören in einen Dienstleistungsvertrag zur Gebäudebewirtschaftung?“ –

– „Wann ist ein Vertrag rechtsgültig?“ –

– „Was ist während der Startup-Phase zu bedenken?“ –

– „Wie wird eine Kalkulation durchgeführt, auf deren Basis ein späterer Vertrag den Vertragsparteien auch nach fünf Jahren noch ‚Freude’ macht?“

   Wer könnte Fragen wie diese besser beantworten als ein Fachmann aus der Branche des „GM“, also des Gebäudemanagements, auch als „FM“ wie Facility-Management bezeichnet.

   Thomas Rothenheber beherrscht sein Handwerk fast im Schlaf, ist er doch in Deutschlands Bankenmetropole Frankfurt verantwortlich für etwa 170 Projekt- und Objektleiter, die zusammen etwa 300 Liegenschaften betreuen. Darunter sind natürlich Bankgebäude wie z.B. das Hauptrechenzentrum einer deutschen Großbank, Verwaltungs- und Bürogebäude unterschiedlicher Größen, Schulen oder Gewerbestandorte. Sein Handwerk hatte Herr Rothenheber in einem norddeutschen Heizungsbaubetrieb gelernt bevor er 2001 nach zwei Jahren an der Flensburger Fachschule den Abschluss des „Staatlich geprüften Technikers der Gebäudesystemtechnik“ erwarb.

   Das erste Mal nach knapp zehn Jahren wieder in Flensburg, eingeladen von Kollegen des GST-Teams seiner alten Schule, staunt Herr Rothenheber über die zahlreichen Veränderungen in und um Flensburg: neue Stadtteile sind in Mürwik mit „Sonwik“ und in Weiche mit der „Gartenstadt“ entstanden, große Einkaufszentren wie die Passage „Galerie“ oder der „Fördepark“ wurden aufgebaut und in Kappeln wächst das Ferienzentrum „Port Olpenitz“. Dies alles sind Objekte, in denen Gebäudesystemtechniker der Flensburger Fachschule für die Liegenschaftsverwaltung sowie technische Betreuung zuständig sein könnten, in der Galerie war dies bereits der Fall.

  Als Start in den Fachtag sollten sich die Schüler (Schülerinnen sind in den beiden aktuellen Jahrgängen leider nicht dabei) in ihre spätere Aufgabe hineindenken und im Rahmen eines ersten Vertragsgesprächs die Auftraggeberseite – ein Amt mit einem ehemaligen Schulgebäude – und die anbietende Auftragnehmerseite – ein fiktives Dienstleistungsunternehmen – mit ihren jeweiligen Interessen bzw. ihrem Leistungsspektrum vorstellen. „Was könnte eine Kommune damit bezwecken, ein älteres Schulgebäude, das heute als Mehrzweckbau mit Büros, Amtsräumen und einer Musikschule genutzt wird, durch ein Unternehmen betreuen zu lassen?“ Natürlich ist es Priorität, die Betriebskosten zu senken, denn Hausmeister, technisches Personal und Reinigung würden zukünftig von einem Unternehmen geführt und eingesetzt, dessen Profession eben die effektive Gebäudeverwaltung ist. Ein solcher Dienstleister kann es günstiger, so behaupten es Hochglanzbroschüren oder vielsagende Internetseiten, aber warum? „Was kann ich dem Gemeindevertreter sagen und wie überzeuge ich ihn von meiner Leistungsfähigkeit, meiner Zuverlässigkeit, auch rund um die Uhr und an Sonn- und Feiertagen!“ – „Gibt es eine Vertragsart, die die Durchführung der lange überfälligen Renovierungsmaßnahmen an den Fenstern, im Bereich des Wärmeschutzes oder der Heizungsanlage mit einschließen? Lassen sich so auch Investitionskosten senken oder wenigstens strecken, ohne dass sich die öffentliche Hand zusätzlich verschulden muss?“

   Diese und weitere Fragen waren Inhalte eines kleinen Rollenspiels, mit dem die Schüler schnell ins Thema eingeführt wurden. Erfahren resümierte Herr Rothenheber, welche Aspekte besonders gelungen waren, an welchen Stellen aber im „Richtigen Leben“ Fragen offen geblieben wären. Anschließend wurden reale Unterlagen ausgeteilt, die ein typisches Verfahren von der Ausschreibung bis zum Start in die Arbeitsphase nach erfolgreichem Vertragsabschluss darstellten. Ausführlich wurden Paragraphen, Bedingungen, zwischen den Zeilen Stehendes, Gefahren bei Nichtbeachtung bestimmter Abläufe, Checklisten als Unterstützungsinstrumente besprochen, Kalkulationstabellen analysiert, Aufgabenverteilungen zwischen Projektbeteiligten und -verantwortlichen zusammengestellt und diskutiert.

  Diese intensiven und anstrengenden, aber lehrreichen fünf Stunden waren voll mit sehr vielen Informationen, die in keinem Lehrbuch stehen und die auch kaum ein Lehrer gleich gut „rüber bringen“ kann, fehlen ihm doch die täglichen Erfahrungen.

   Gemeinsam wird man im kommenden Februar zu einem inzwischen traditionellen Gegenbesuch nach Frankfurt kommen, wo neben dem Besuch der Fachmesse „FM-Messe 2011“ wieder zahlreiche Besichtigungen und abends zum Ausklang ein Streifzug durch die typischen „Äbbler-(Apfelwein-)Schänken auf dem Programm stehen werden. Dann ist bereits Bewerbungszeit für die Abschlussklasse. Ob auch aus diesem Jahrgang wieder ein Flensburger GSTler in Frankfurt seine Karriere beginnen wird?

 

November 2010

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